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9. Dezember 2013

Best of Thomas Morawski

Mazedonien:

Offiziell heißt das Land FYROM – Former Yugoslav Republic of Macedonia, auf Deutsch: EJRM –  Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien. Seit der Abspaltung von Belgrad sucht Mazedonien mit aller Kraft nach einer neuen Identität. Sie wollen sich stärker an den griechischen Mazedoniern aus der angeblich gemeinsamen Geschichte orientieren, was aber noch mehr Ärger mit Griechenland einbringt; dies ist auch der Grund für den Kürzel-Salat. Hauptsache eigenständig. Da wird die Geschichte auch schon einmal grob zurecht gebogen. Alexander der Große muss herhalten, auch sonst alle möglichen Helden der Antike. Sie finden sich allesamt wieder im Projekt „Skopje 2014“ in der Hauptstadt. Hunderte historisierender Statuen und riesige Pseudo-Tempel künden von der heroischen mazedonisch-griechischen Vergangenheit. Schön ist was anderes. Und das arme Land gibt ein Vermögen dafür aus.

Tagesschaublog aus Skopje

Serbien:

Serbien ist EU-Beitrittskandidat, aber noch Meilen vom europäischen Standard entfernt. Die Arbeitslosigkeit ist in Serbien sehr hoch. 26 Prozent im Schnitt, was heißt: höher auf dem Land, vor allem im verarmten Süden wie in Niš, geringer in den durchaus boomenden Metropolen im Norden Serbiens. Der Wille etwas zu verbessern ist da, aber die bürokratischen Hindernisse sind immer noch riesig, alles braucht viel zu lange, vor allem die Infrastrukturen sind miserabel. Die Gesellschaft zerfällt in etliche Neureiche und zahllose Modernisierungsverlierer. Manche werden obdachlos und suchen ihre Rettung auf absurde Weise, so wie Bratislav Stojanović.

Leben im Grab