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9. Dezember 2013

Best of Susanne Glass

Österreich:

Die Vorwürfe sind ungeheuerlich: Österreichs ehemalige Pflegekinder wurden offenbar über Jahrzehnte hinweg systematisch missbraucht und misshandelt. Heimkindern sollen für medizinische Versuche absichtlich Malaria-Erreger gespritzt worden sein. Andere wurden mit Röntgenstrahlen ruhig gestellt. Sexuell aktive Jugendliche wurden mit einem Medikament gegen die Brünstigkeit bei Kühen „behandelt“.

Sexuelle Übergriffe, Demütigungen und körperliche Züchtigungen waren in Heimen noch bis in die 80er Jahre hinein an der Tagesordnung. Erst langsam und zögerlich haben die ehemaligen Heimkinder ihr Schweigen gebrochen. Aber inzwischen werden es immer mehr, die späte Gerechtigkeit fordern. Allerdings sind viele der Beschuldigten verstorben, bei anderen die Taten verjährt.

Missbraucht und misshandelt Österreichs Heimkinder klagen an

Ungarn:

Jüdische Professoren, die an ihren Uni-Türen Aufkleber finden: „Juden raus – die Universität gehört uns!“. Unter den Professoren war die Holocaust-Überlebende Agnes Heller. Und: Motorradfahrer, die unter dem zynischen Motto „Gib Gas“ einen Korso um die Synagoge fahren. In Ungarn ist Judenhetze offenbar wieder salonfähig geworden. Besonders geschürt durch die Jobbik-Partei. Kurz vor dem Jüdischen Weltkongress im Mai in Budapest hatte Jobbik zu einem „Picknick unter Gleichgesinnten“ eingeladen. Tausende kamen.

Judenhetze in Ungarn salonfähig

Bosnien und Herzegovina:

Das Braunkohlekraftwerk von Breza in Bosnien ist – auch wenn es nicht danach aussieht – die Industriehoffnung der Region. Es sichert immerhin 1250 Arbeitsplätze. Das Besondere: Hier fahren auch Frauen ein. Seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich gemeinsam mit den Männern. Der Job ist hart, dreckig und gefährlich. Aber er sichert ihren Familien einen bescheidenen Wohlstand. Und die Frauen sind stolz darauf.

Frauen unter Tage

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